Zille-Rezeption nach 1945

Nach Kriegsende machte sich der 1945 neu gegründete Kulturbund der späteren DDR die Nähe Zilles zur Arbeiterbewegung für kulturpolitische Propagandazwecke zunutze und stilisierte den fast in Vergessenheit geratenen Zille und dessen Künstlerkollegen zu Künstlern des Volkes. An Zilles Wohnhaus in der Westberliner Sophie-Charlotten-Straße erinnert seit 1949 eine bronzene Gedenktafel an den Künstler.

Die in Versalien gesetzte Inschrift lautete: „Die Zillegedenktafel nach 1933 zum Verschrotten gegeben, gerettet von Arbeiterhand, im Jahre 1949 erneuert. In diesem Haus wohnte vom 1. September 1892 bis zu seinem Tode der Meister des Zeichenstifts, der Schilderer des Berliner Volkslebens Heinrich Zille geb. 10.1.1858 Radeburg gest. 9.8.1929. Berlin. Seinem Andenken die Stadt Berlin 1931.“