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Zille-Rezeption im Dritten Reich
So war es ihm aber auch nicht möglich, sich gegen seine Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten zu wehren. Zille war viel zu populär, um ihn als „Zersetzer“ und „Volksfeind“ zu brandmarken. Eher war es möglich, ihn im Geiste des Nationalsozialismus umzuinterpretieren.
Die Grafik „Das Eiserne Kreuz“, die zweifellos nur als eine Anklage gegen den Wahnsinn des Krieges und insbesondere seiner Folgen für arme Menschen verstanden werden kann, kommentierten die Nazis zum Beispiel folgendermaßen: „Hier zeigt der Künstler erschütternd auf, wofür der Mann an der Front gefallen ist: für die armselige Wohnküche, für die ärmliche Frau, die darbende Mutter seiner Kinder.
Dies Wohnloch im Hinterhaus einer Mietskaserne des Berliner Weddings war dem Frontsoldaten genauso viel und genauso heilig wie dem Großgrundbesitzer, der an der Front sein Eigentum, seine tausend Morgen Land verteidigte und für seine Scholle kämpfte und fiel.“