Zille als Fotograf

Dass Heinrich Zille selbst fotografisch tätig gewesen ist, wurde erst gegen Ende der 1960er Jahre bekannt und dokumentiert. In Zilles Nachlass fanden sich „418 Glasnegative, einige Glaspositive und über 100 Photographien, von denen keine Negative mehr aufzufinden sind.“ Die Entstehungsgeschichte des fotografischen Œuvres wird auf das Jahr 1890 zurückgeschätzt und reicht bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges. Wahrscheinlicher ist, das Zille die Fotografie schon nach seiner Entlassung aus der „Photographischen Gesellschaft“ (1907) aufgegeben hat.

Der Fotografie maß er in künstlerischer Hinsicht ohnehin nur geringe Bedeutung zu; er nutzte die Kamera als „lichtbildnerischen Notizblock“ für seine grafischen Studien. Er hat sich nie als „Photograph“ bezeichnet und besaß noch nicht einmal eine eigene Kamera, sondern lieh sich die Geräte aus seiner Firma oder von Arbeitskollegen. Auch ist nicht eindeutig nachweisbar, ob das Bildmaterial aus dem Nachlass ausschließlich von Heinrich Zille stammt.