Spätere Jahre und Tod

Relief auf seinem Grabstein

Nach dem Krieg musste Zille mehrere private Schicksalsschläge hinnehmen: Er selbst litt zunehmend an Gicht und Diabetes. Am 9. Juni 1919 starb Zilles Ehefrau Hulda mit nur 54 Jahren. Auch sein Sohn Hans und seine geliebte Schwiegertochter Anna starben früh. Anna, Ehefrau von Zilles Sohn Walter, starb nur wenige Monate nach Heinrich Zille im Dezember 1929 an einer Lungenembolie, der Sohn Hans starb 1934.

Schon als seine Frau gestorben war, hatte sich Heinrich Zille geschworen, die Wohnung in der Sophie-Charlotten-Straße 88, die unlöslich mit seinem Familienglück verbunden war, bis zu seinem Ende nicht aufzugeben: „Meine Wände sollen mein Heim sein, bis ich sterbe.“; von den drei Kindern Grete, Hans und Walter blieb Zille nur eine einzige Enkeltochter, Anneliese Preetz-Zille, die Tochter seines Sohnes Hans.

Der Sohn Walter behielt die Wohnung an der Sophie-Charlotten-Straße eine Zeit lang ganz im Sinne seines Vaters, musste den Bestand allerdings in den Nachkriegsjahren auflösen, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern.

In den letzten Lebensjahren veröffentlichte Heinrich Zille noch zahlreiche Zeichnungen in der Berliner Satire-Zeitschrift Ulk. Den Höhepunkt seiner Popularität erreichte Zille ein Jahr vor seinem Tod mit den großen Feierlichkeiten zu seinem 70. Geburtstag. Im Märkischen Museum wurde eine Retrospektive seiner Werke unter dem Titel „Zilles Werdegang“ ausgestellt.

Im Februar 1929 erlitt Zille schließlich einen ersten, im Mai einen zweiten Schlaganfall. In der Folgezeit zog sich der Künstler immer mehr zurück und ließ an seiner Wohnungstür mit einer gezeichneten Postkarte in zittriger Handschrift ausrichten: „Bin krank. Bitte keinen Besuch.“ Heinrich Zille starb am Morgen des 9. August 1929. Er erhielt ein Berliner Ehrenbegräbnis auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf Begräbnisblock Epiphanien (Feld 14, Gartenstelle 34/35). Rund 2000 namhafte Trauergäste, darunter viele Künstlerkollegen und einfache Leute aus dem Volk folgten dem Sarg. Ein Schild und ein Stein weisen den Weg „zu Zille“.