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Mutterwitz und Mundart
"Mutta, jib doch die zwee Blumtöppe raus, Lieschen sitzt so jerne ins Jrüne!"
"Gibt Dir das Leben eenen Knuff, dann weene keene Träne. Lach Dir nen Ast und setz Dir druff und baumle mit die Beene."
"Frohe Arbeit - ernster Wille, mal een Schluck in die Destille, und een bisken kille kille -- det hält munter!!"
"Aus`m Hinterhaus kieken Kinder raus, blass und ungekämmt, mit und ohne Hemd; unten uff`n Hof ist ein Riesenschwof und ick denk mir so beim Jehn: Wo haste de das schon jesehn? Das war sein Milljöh, ohjeminee, jede Kneipe und Destille kennt den guten Vater Zille. Jedes Droschkenpferd hat von Dir gehört, von NO bis Jottwede das war sein Milljöh."
Die Vielfalt der Zilleschen Milieubeschreibungen, Humoresken und Anekdoten sind eine Einheit von Bild und zumeist handgeschriebener Untertitelung, die nicht ortsgebunden ist. Es sind scheinbar leicht „dahingeworfene“ Milieustudien, gepaart mit derben Dialogen in schnodderigem Berliner Jargon ohne grammatikalische Genauigkeit.
Die Bildunterschriften sind dabei eher als Kommentare zu verstehen, die in ironischer, manchmal sarkastisch-makaberer Weise Zilles Blick in die Hinterhöfe und wilhelminischen Amtstuben der Jahrhundertwende begleiten. Viele Zille-Bonmots verschärfen den Galgenhumor der Karikatur noch, während andere Zitate die aussichtslose Tristesse mit fatalistischem Witz fast barmherzig zu mildern versuchen: „Besauft eich nich un bringt det Sarg wieder, die Müllern ihre Möblierte braucht’n morjen ooch.”
Bereits zu seinen Lebzeiten hatte Zille bei den formulierfreudigen Berlinern seine Spitznamen: Vom „Vater Zille” dem „Pinselheinrich”, über den „Daumier von der Panke” oder „Raffael der Hinterhöfe“ zum „Herrn Professorchen mit der Nickelbrille”. Zu Zilles Professur setzte die von Friedrich Carl Holtz herausgegebene Wochenschrift „Fridericus” in einer abwertenden Kritik den „Zille seine Namen“ noch einen weiteren hinzu: „Der Berliner Abortzeichner Heinrich Zille ist zum Mitglied der Akademie der Künste gewählt und als solches vom Kultusminister Otto Boelitz [Deutsche Volkspartei. D. Verf.] bestätigt worden. Verhülle, o Muse, Dein Haupt.“