- »Feiern und Feste
- »Altberliner Abend mit Heinrich Zille
- »Bilder vom Altberliner Abend
- »Wer war Heinrich Zille
- »Leben und Wirken
- »Lehr- und Berufsjahre
- »Zille als Lithograph
- »Militärdienst
- »Familie
- »Zille als Fotograf
- »"Zille sein Milljöh"
- »Die Secession und der Erfolg als Künstler
- »Spätere Jahre und Tod
- »Rezeption
- »Betrachtungen zur Person
- »Mutterwitz und Mundart
- »Zille und die Kinder
- »Zille und die "Pornographie"
- »Der unpolitisch-politische Zille
- »Zille-Rezeption im Dritten Reich
- »Zille-Rezeption nach 1945
- »Zille im Film
- »Auszeichnungen und Ehrungen
- »Kaffeeklatsch mit Heinrich Zille
- »Seerundfahrten
- »Wanderungen
- »Pauschalangebote
Leben und Wirken
Heinrich Zille war Sohn des Uhrmachers Johann Traugott Zille und dessen Ehefrau Ernestine Louise, geb. Heinitz, einer Bergmannstochter aus dem Erzgebirge. Der Vater war zunächst Grobschmied, besaß aber soviel handwerkliches Geschick und technische Begabung, dass er es bald zum Uhrmacher, Goldschmied und Erfinder von Werkzeugen brachte. Heinrich Zille wurde in der sächsischen Kleinstadt Radeburg (bei Dresden) in einem Hintergebäude des heutigen Hauses Markt 11 geboren, an dem eine Gedenktafel an ihn erinnert. Noch im selben Jahr brannte die gesamte nördliche Marktseite ab und die Zilles zogen in das damalige Gasthaus „Stadt Leipzig“, heute Heinrich-Zille-Str. 1, um. Hier lebte Heinrich Zille bis zu seinem dritten Lebensjahr.
1861 zog die Familie Zille zunächst nach Dresden und wenig später nach Potschappel, heute zu Freital gehörend. Hier besuchte Heinrich Zille von 1865 bis 1867 die Schule. Seine Kindheit und Jugend war nicht unbeschwert; der Vater saß mehrmals im Schuldgefängnis und Gläubiger ängstigten die Familie so sehr, dass der junge Zille oft zur Großmutter gegeben wurde. 1867 flüchtete die Familie vor den Schuldeneintreibern nach Berlin. Bis zu Heinrichs 14. Lebensjahr hauste die Familie dort unter ärmlichen Bedingungen in einer Kellerwohnung nahe dem Schlesischen Bahnhof.
Schon früh beeindruckten Heinrich Zille die Stiche des englischen Zeichners Hogarth. Noch auf der Schule begann er Zeichenunterricht zu nehmen; für die Kosten musste er selbst aufkommen. Sein Zeichenlehrer Spanner ermunterte ihn bei einem Gespräch über seinen Berufswunsch, er solle doch Lithograph werden: „Das beste is, du lernst Lithograph. Zeichnen kannste, und du sitzt in ’ner warmen Stube, immer fein mit Schlips und Kragen […] man schwitzt nicht und bekommt keine schmutzigen Hände. Und dann wirst du mit ‚Sie‘ angeredet. Was willst du mehr?“ Nach dem Willen seines Vaters sollte Zille ursprünglich Metzger werden, er konnte jedoch kein Blut sehen, also ging er bei dem Steinzeichner Fritz Hecht an der Alten Jakobstraße in die Lehre.
