Familie

Zilles Heim in der Sophie-Charlotten-Straße 88 (1892)

Nach der Entlassung vom Militär ging Zille zur „Photographische Gesellschaft“ zurück. Bald darauf lernte er seine Lebensgefährtin kennen: Hulda Frieske, eine Lehrerstochter aus Fürstenwalde, wo am 15. Dezember 1883 die Hochzeit mit einer schlichten Feier stattfand. Bald darauf bezog das junge Paar eine Kellerwohnung im Boxhagen-Rummelsburger Kiez am Grenzweg (vgl.→ Berlin-Rummelsburg); dort kam 1884 die Tochter Margarete zur Welt. 1888 wurde Sohn Hans in der Türrschmidtstraße geboren, wohin die Zilles 1887 gezogen waren, darauf folgte 1901 Sohn Walter in der Mozartstraße (heute: Geusenstraße); alle Quartiere der Zilles lagen im gleichen östlichen Vorort Berlins, in der Victoriastadt in Lichtenberg.

Die letzte Etappe führte die Familie 1892 schließlich in eine Dreizimmerwohnung in der Sophie-Charlotten-Straße 88, IV. Stock, welche näher an Zilles Arbeitsstätte lag, denn die „Photographische Gesellschaft“ war inzwischen in das neue Villenviertel Westend umgezogen. - Das Wohnhaus steht unter Denkmalschutz. Diese Zeit sollte eine der kreativsten Phasen in Zilles Werk werden. Auch wenn er selbst nicht an einen Erfolg als Künstler glaubte, widmete er sich in seiner knappen Freizeit weiterhin ganz seinen Zeichnungen und Studien.

Vom Zeichenstil her war Zille noch sehr von der Zeitschrift „Die Gartenlaube” geprägt. Doch langsam entwickelte er einen geschulten Blick für das Wesentliche und schaffte es mit wenigen routiniert gesetzten Kreide- oder Bleistiftstrichen, eine Bewegung oder eine Situation festzuhalten.